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Der zweite FEST-Tag stand am späten Nachmittag ganz im Zeichen des Regens. Und so konnten wir uns erst etwas später als geplant auf den Weg machen und verpassten das erste Drittel von KT Tunstall. Nicht so schlimm, dachte ich, da ich vorher noch nie von der Dame gehört hatte. Was sich als nicht ganz zutreffend herausstellte, denn den einen oder anderen Song kannte ich schon (aus dem Radio?). Und das war alles gar nicht schlecht, gut anhörbarer Pop-Folk-Rock – perfekt für den Sonnenuntergang.
Doch eigentlich waren wir wegen Fettes Brot da. Wobei ich gestehn muss, dass ich die gar nicht so mag. Aber erstens sind sie bekannt und kostenloser Eintritt und so… und zweitens hört man meist gutes über ihre Livequalitäten. Und tatsächlich machte es Spaß – vor allem die letzte halbe Stunde, in der die Stimmung am Höhepunkt angekommen war. Die Brote gaben sich alle Mühe und wetzten auf der Bühne umher und ihre Hintergrundband (inklusive lässiger Bläserfraktion) machte ganze Arbeit. Natürlich zündete (bei mir persönlich) nicht jeder Song, aber die großen Hits wie „Emmanuela“, „Bettina“, „Jein“ und das unvermeidliche „Schwule Mädchen“ heizten der Menge ordentlich ein – was von oben schön mitzuverfolgen war. Ich hatte nun nämlich endlich einmal eine weit oben gelegene Position am Mount Klotz (statt wie sonst vorne drin mit dabei zu sein) und allein schon der imposante Anblick einer springenden Menschenmenge von oben ist wahrlich sehenswert. Das muss von der Bühne aus noch viel außergewöhnlicher aussehen, wenn sich vor einem eine Wand aus 80.000 Leuten erhebt. Und so waren die Brote auch ordentlich geplättet von der vermutlich größten Kulisse ihrer Bandgeschichte.
Noch zu bemerken bleibt, dass trotz aller Partytrack die ernsteren und ruhigeren Songs in meinen Augen die stärksten waren („An Tagen wie diesen“ und vor allem die Gänsehaut-Nummer „Ich lass dich nicht los“).
Danach sollten Who Made Who auf der Hauptbühne spielen – die hörten sich aber bei mySpace sehr langweilig an, deswegen zogen wir Irie Révoltés auf der Zeltbühne vor. Das Zelt war allerdings gerammelt voll und so blieb nur der Platz außerhalb, wo der Sound nicht optimal und etwas leise und auch die sicht eingeschränkt war. Egal, die Stimmung war klasse und die Band mit ihrem deutsch-französischen Ska-Reggae-Dancehall-Mix auch ganz gut. Ok, jeder zweite Song klingt gleich – aber das ist ja nicht so schlimm, wenn der Rest passt.
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