Gespeichert unter: Nicht für das Leben, für die Uni lernt man, Very funny, ha ha
Ich hatte sie zwar schon auf meinem alten Blog gepostet (da sie mittlerweile ein halbes Jahr alt ist), aber zum Überbrücken der Wartezeit, bis die aktuelle Story fertig wird, taugt sie bestimmt. Und ganz abgesehn davon halte ich sie immer noch für ganz gelungen
Es war einmal ein kleiner Rot-Schwarz-Baum. Dieser lebte fröhlich und balanciert mit seiner Familie – die als Gesamthandsgemeinschaft organisiert war – in den Wäldern des Fürstentums Fridericiana. Doch eines Tages hatte er genug von der beschaulichen Bestandsmasse und dem immergleichen Tagesablauf, der nur durch gelegentliche Knotenüberläufe aufgelockert wurde. Zudem fühlte er sich zunehmend von seiner Mutter, einem M-Baum, genervt, die sich des öfteren über seine Trendkomponente und die Verletzung ihrer Service-Level-Agreements beschwert hatte. Außerdem hatte er mittlerweile eine beachtliche Schwarzhöhe erreicht und fühlte sich groß genug, um sich in die weite Welt der Primärleistungspflichten outzusourcen – und ganz abgesehen davon verspürte er insgeheim den Wunsch, mit einem süßen ausgewogenen B-Baum zu verschmelzen.
Also verabschiedete er sich von seinem roten Onkel, der ihm beim Gehen noch riet, sich von den zwielichtigen Abelschen Gruppen fernzuhalten und stattdessen seiner Orthonormalbasis treu zu bleiben, und begann seinen Weg der vertikalen Integration. Doch wohin sollte er gehen? Er entschied sich, zuerst einen Walkthrough zu machen und danach auf die Breitensuche nach dem Mississippi zu gehen, an dem sich anscheinend viele Suffix-Bäume versammeln.
Doch nachdem er so eine Weile vor sich hingetrottet war, begann sein Magen zu knurren. „Oh nein, eine Organstreitigkeit!“, dachte er sich. „Aber das sind leider Uncontrollables.“ Doch wie der Zufall so will, sah er direkt vor sich eine Milchkuh. Er sah sich um, doch nirgends war ein Stakeholder zu sehen. „Hmm, eigentlich entspricht das nicht der Euklidischen Norm. Aber ich muss wohl das Produktionskozept ändern und zum Nießbrauch übergehen…“ Und so begann er, greedy wie er war, die Kuh zu melken. „Ha! Was haben wir denn hier für eine Eingriffskondiktion?!“, ertönte plötzlich eine laute Stimme. Der Rot-Schwarz-Baum führte vor Schreck eine Doppelrotation durch. Nun gab es keine Exculpationsmöglichkeit mehr, ein klassisches Prinzipal-Agent-Problem (auch Majoranten-Minoranten-Kriterium genannt) – denn hinter ihm stand der fürstliche Ordnungshüter Kotler, der gerade eine Inspektion durchführte und dafür bekannt war, bei Dieben die Master-Method durchzuführen – in ganz schlimmen Fällen sogar Teile-und-Herrsche. Der Rot-Schwarz-Baum dachte kurz an das Überlisten des Widersachers, doch Kotler kam ihm mit einer Gewaltenverschränkung zuvor. „Ein oberer Anrainer hat dich beobachtet, dieser Anwendungsfall war ganz klar eine unberechtigte Geschäftsführung ohne Auftrag – da kannst du dich auch nicht mit gutgläubigem Erwerb herausreden!“ Und bevor sich der Rot-Schwarz-Baum noch auf das Verhältnismäßigkeitsprinzip dieses Verwaltungsaktes und den Ermessensnichtgebrauch berufen konnte, wurde er auch schon in den Kerker geworfen.
Ein klassisches Punkt-in-Polygon-Problem und Auflösung durch Verkettung war aufgrund der Verfassungsimmanenten Schranken unmöglich. „Ich fürchte, dieses Problem hat einen Aufwand von O(n²) – I am my position“, seufzte unser Baum. Sollte dies für ihn zur Ewigkeitsklausel werden? Er sah sich in seiner Zelle um. Außer ihm waren noch eine niederträchtige Cauchy-Folge, ein total besoffenes chi-Quadrat und eine Zufallsvariable eingesperrt. Eine Zufallsvariable? Das könnte klappen… „Liegt dein Erwartungswert jenseits der kleinsten oberen Schranke?“, fragte unser Baum in der leisen Hoffnung, hier mit einer Hypergeometrischen Verteilung zu sprechen. „Ja, wieso?“, antwortete diese gelangweilt. „Na, dann könnten wir doch versuchen, eine g-adische Entwicklung durchzuführen, um maximalen Durchfluss zu erreichen!“, rief der Baum euphorisch. „Hm, kein schlechter Businessplan…“, meinte die Zufallsvariable schon etwas freundlicher. „Wir könnten tatsächlich probieren, uns über den Zwischenwertsatz n-mal stetig zu differenzieren und dadurch eine Wertschöpfungskette auszulösen.“ Gesagt, getan, und eine Lineare Regression später standen die beiden Erfüllungsgehilfen tatsächlich mit enorm gesteigertem Customer Delivered Value außerhalb des Kerkers (der heutzutage natürlich Anstalt des öffentlichen Rechts genannt würde).
Leider hatte sich unser Rot-Schwarz-Baum beim Befreiungsversuch eine Verletzung seines internen Zinsfußes zugezogen. „Sie scheinen einen bösartigen Token zu haben. Da hilft nur ein Kontrollflussorientierter Strukturtest“, meinte der Arzt. „Die Innensicht ist entscheidend.“ – „Oh, muss das sein? Würde nicht auch ein wp-Kalkül genügen?“, fragte der Baum ängstlich. – „Sie zweifeln doch nicht etwa an meinen Dienstqualitäten?!“ Die Stimme des Arztes klang nicht mehr ganz so freundlich. „Selbst wenn etwas schiefginge, haben Sie immer noch Anspruch auf Nacherfüllung. Darüber hinausgehend übernehme ich allerdings keine Gefährdungshaftung.“ Was sein muss, muss sein und so unterzog sich der Baum auch noch einem Blackbox-Test.
Nachdem er diese Behandlung über sich ergehen gelassen hatte, wollte er nun endlich losziehen und die Welt sehen. Eigentlich reizten ihn ja auch Las Vegas und Monte Carlo, doch war ihm die Editierdistanz dorthin zu weit und so begann er die Tiefensuche zum Mississippi. Unterwegs begegnete ihm ein seltsames Wesen. War das nun ein R-Baum oder ein R+-Baum? Als er sich entschieden hatte, ihn in der Sprache der R*-Bäume nach dem Weg zu fragen, war dieser schon längst weitergegangen und hatte sein Minimum-Bounding-Rectangle Richtung Süden verschoben. Unser Rot-Schwarz-Baum entschied sich, nach dem Scan-Line-Prinzip vorzugehen. Und tatsächlich erblickte er bald einige Harmonische Reihen, die völlig kovariant in der Sonne lagen. Daneben unterhielten sich kichernd einige halbstarke Binomiale Bäume, die einem der seltenen AVL-Bäume hinterherschauten.
Zufrieden sah sich unser Rot-Schwarz-Baum um. Und da kam sie… ein eleganter B-Baum, total korrekt, stückweise stetig und absolut konvergent. „H-hallo, wie heißt du denn?“, sprach er sie nervös an. „Hi! Ich bin Bimply.“, antwortete sie mit einem Lächeln. Nun fasste er Mut: „Ich denke, wir beiden gäben ein perfektes B2B-Matching ab. Wie wär’s, wenn wir einen Vermittlungsausschuss gründen?“ – „Nun, ich denke auch, dass wir positiv korreliert sind und ein Längstes Gemeinsames Präfix haben. Aber ich brauche eine Mehrfach-Bedingungsüberdeckung, bevor ich mich binden kann.“ – „Du liegst total im Konvergenzradius meiner Potenzreihe und bist das Restglied, das mir immer gefehlt hat. Wirklich, ich verspüre beim Anblick deines Histogramms ein ganz besonderes k-tes inneres Moment. Bisher war ich ein uneigentliches Integral, doch nun fühle ich mich als Supremum.“, mit diesen Worten gestand er ihr seine Liebe. Sie war ganz entzückt von diesem individuell-konkreten Kompliment und in ihr bildete sich eine einfache qualifizierte Mehrheit, die seine Liebe erwiderte… und so kam es, dass sie sich noch am selben Tag kommutative Ringe ansteckten – natürlich ohne auflösende Bedingung und ohne Auflagenvorbehalt.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann studieren sie noch heute, Sie kriegen die Idee…
Gespeichert unter: Musik! Musik!
Still und heimlich hat meine CD-Sammlung die magische 200 überschritten – wenn das kein Grund zum Feiern ist! Und es steht noch der eine oder andere Rücklauf aus der letzten Einkaufsoffensive aus…
Gespeichert unter: Lebenserfahrung satt
Und da dachte ich, ich sei einzigartig… von wegen: Laut google vertreiben haufenweise Leute unter dem Namen Ulf Heizung ihre Waren unter anderem in Premnitz, Mescherin, Oberuckersee und Ellerbeck. Menno.
Gerade fiel mir beim Ausmisten der Festplatte ein Artikel auf, den ich damals kurz nach dem Abi verfasst hatte, um mir die Wut aus dem Bauch zu schreiben. Vielleicht interessiert es ja jemanden… es geht dabei um die Irrungen und Wirrungen, die unser Spanischkurs mit unserem damaligen Lehrer erlebt hat.
Es gibt Dinge, die man nicht für möglich gehalten hätte und die man, wenn man bloß davon hört, ins Reich der Fabel verweisen möchte. Doch erlebt man sie dann mit, wird man schnell eines Besseren belehrt… auch wenn man im Nachhinein gerne auf diese Erfahrung verzichtet hätte. Genug der Vorrede, beginnen wir damit, wie alles begann…
Gegen Mitte der 12. Klasse wurde offensichtlich, dass unsere Spanisch-Lehrerin schwanger war. Und darüber waren einige gar nicht böse, hoffte man doch schon länger auf etwas frischen Wind und motiviertere Lehrkräfte. Und als das Schuljahr sich dem Ende zuneigte, war tatsächlich der Wechsel beschlossene Sache. Wir bekamen Michael K. als neuen Profesor de Espanol. Einige hatten ihn schon in Gemeinschaftskunde erlebt und hegten die wildesten Befürchtungen, was ihre Note angeht. Doch wir anderen ließen ihn einfach mal auf und zukommen. Und der Anfang gestaltete sich tatsächlich recht angenehm, da Herr K die verbleibenden Wochen dazu nutzte, mit uns sämtliche Folgen einer für deutsche Schüler produzierten Sitcom anzuschauen. Angenehm ja, aber es beschlich einen doch der leise Verdacht, dass Lola, Ana, Pablo und Sam nicht wesentlich zum Erlernen der Sprache beitragen konnten. Aber da am Schuljahresende die Motivation eh zu wünschen übrig lässt, dachte man sich, dass im September dann richtig losgehen würde.
Die Ferien kamen und gingen und tatsächlich ging es dann etwas mehr zur Sache. Herr K stellte dann auch recht schnell fest, dass seine Zwölftklässler uns sprachlich meilenweit überlegen waren und erwähnte dies so ziemlich jede Stunde, damit wir es ja nicht vergaßen. Etwas frustriert, aber noch nicht demoralisiert gaben wir uns im Folgenden sogar wirklich etwas Mühe, dieses Urteil zu revidieren. Dies fiel allerdings manchmal nicht so leicht, da es öfters geschah, dass Herr K uns im PC-Raum parkte und uns dort stundenlang Powerpoint-Präsentationen vorbereiten ließ. Es gibt wohl effektivere Methoden, um eine Sprache zu üben und zu lernen… doch dass für Herrn K Effizienz neben Bequemlichkeit nur eine untergeordnete Rolle spielte, erfuhren wir schon ganz zu Beginn, als er uns darüber abstimmen ließ, den Mittwochnachmittagsunterricht (in der neunten und zehnten Stunde) in zwei Mittagspausen zu quetschen, da er „kein Bock“ habe, extra deswegen herzufahren. Die Abstimmung erinnerte uns doch etwas an absolutistische Systeme, da er – sollten wir uns gegen seinen Vorschlag entscheiden – dies „einfach durchsetzen“ werde. Gesagt, getan und so fielen die Spanisch-Stunden doch des Öfteren kürzer aus (denn auf Unterricht in der Mittagspause hat ja eh keiner Bock).
Wir fügten uns unserem Schicksal und bald kam die erste Klausur. Der Schwierigkeitsgrad war zwar tatsächlich hoch, aber noch in Ordnung. Weniger in Ordnung war, dass wir die Klausur nach sechs Wochen immer noch nicht zurückbekamen. Nun nervten wir Herr K so lange mit unserem Nachfragen, bis er uns mehrfach versprach, die Klausur zurückzugeben und – nachdem er den angekündigten Termin mehrmals verschoben hatte – uns Freitag morgens hoch und heilig schwor, die schon korrigierte Klausur in der Mittagspause auszuteilen – damit jetzt noch keine Unruhe herrsche. Voller Vorfreude erschienen wir dann mit knurrenden Mägen um die Klausur tatsächlich zurückzubekommen – allerdings unkorrigiert. Ihm sei aufgefallen, dass wir die Wörter unserer Aufsätze nur schlampig oder gar nicht gezählt hatten und dies sollten wir nun tun. Bemerkenswert, dies nach zwei Monaten bei dem Versuch, sie geschwind zwischen 10:00 und 12:30 Uhr zu korrigieren, festzustellen. Doch nun dauerte es nur eine weitere Woche und wir hielten – zum größten Teil enttäuschende – Noten in den Händen. Da die lange Zeit, die er für seine Korrekturen hatte, wohl für genügend Sorgfalt nicht ausreichte, fanden wir doch noch den einen oder anderen Punkt, der uns noch zustand oder bei dem er sich verrechnet hatte. Doch von so was lässt sich ein Herr K doch nicht aus der Containance bringen – er hat dann doch immer noch irgendeinen „stilistischen Fehler“, den er unterkringeln kann, in der Hinterhand, damit die Note wieder stimmt. Oder, wenn selbst das nicht hilft, nimmt er die Klausur noch mal mit, um in mühevoller Kleinarbeit noch den einen oder anderen Fehler mit Tintenkiller reinzubasteln – natürlich nur, wenn man vorher noch keine Gelegenheit hatte, die Klausur zu kopieren. Dadurch zeigte sich eine Schwäche des Herrn K recht schnell: Seine absolute Immunität gegen eigene Fehler. Und so wurde aus dem netten, kumpelhaften Michael schnell der tyrannische Monarch…
Nun gut, man muss sich in sein Schicksal fügen. Und falls man das nicht tat, wurde man dafür ganz deutlich bestraft: die mündlichen Noten standen bevor. Und wie zu erwarten, spiegelten sie den wahren Leistungsstand nur zum Teil wieder. Als 13.1 nun auch fast vorüber war, wurden einige Wackelkandidaten, die zwischen zwei Noten standen, zu einem privaten Vokabeltest herangezogen… allerdings nur einige und deswegen lauerte F.S. Herrn K von nun an jeden Morgen vor dem Lehrerzimmer auf, um ihn zu überreden, auch mitschreiben zu dürfen. Er hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, als Herr K eines Tages grinsend seinen Wunsch erfüllte – allerdings nicht so, wie F. es sich gewünscht hatte. Er erhielt als Einziger einen Test über unregelmäßige Verben, eine seiner größten Schwächen.
Die in mehreren Fällen deutlich auffallende Ungleichbehandlung weckte unseren Protest. Nach Anraten des Mathelehrers, der immer ein offenes Ohr für Probleme seiner Schüler hatte, beschwerten wir uns bei der Fachbereichs-Chefin. Doch sie könne nichts gegen ihn ausrichten, teilte sie uns bald mit. Danach ging unser Beschwerdebrief an den Rektor. Schweigen war die Antwort… dazu sollte man wissen, dass dieser nur noch wenige Monate auf den Ruhestand warten musste und sich auch sonst in dieser Zeit an unsrer Schule wenig tat.
Resignation machte sich breit und die Wochen verrannen. Immer mehr Stunden fielen aufgrund seiner häufigen Hamburg-Trips (seihe geliebte Heimat) aus oder wurden aufgrund „null Bock“ seinerseits zum Zeitabsitzen im Computerraum. Als Michael K. merkte, dass seine Masche des „guten Kumpels“, für den er sich immer noch hielt, nicht mehr richtig zog, kühlte auch sein Verhältnis zu uns merklich ab – parallel dazu spürten wir förmlich, wie unsere Spanischkenntnisse zusammenschrumpften.
Durchhalteparolen machten sich breit, schließlich rückte das Abi und damit die Erlösung näher (Spanisch als schriftliches Prüfungsfach wählten fast nur die, die mangels anderer Fremdsprache dazu gezwungen waren). Doch es war noch eine Klausur zu schreiben und die hatte es in sich. Glücklicherweise war C.W., der abends in der Kneipe (Kumpeltyp Michael, remember?) in den Genuss einer Stoffabgrenzung gekommen war, fair genug, dies auch dem Rest des Kurses mitzuteilen.
Dass die Korrektur eine Weile dauern könne, wussten wir ja nun. Und eines Freitag mittags, als sich der letzte brave Rest (ja, die Anwesenheitszahlen sanken merklich) auf den Weg zu einer weiteren sinnlosen Spanischstunde gemacht hatte, teilte Herr K. mit, dass wir gleich wieder gehen könnten – und auch nicht mehr wiederkommen zu brauchten. Nun wolle er sich intensiv nur noch den Leuten widmen, die schriftliches Abi in Spanisch machen würden. Gesagt, getan – und das war das letzte Mal, dass ich ihn je zu Gesicht bekam. Denn als das schriftliche Abi vorbei war, war die Motivation allgemein nicht mehr groß – und für Spanisch erst recht nicht mehr. Und als die letzten Wochen bedrohlich schnell verronnen waren, fiel uns auf, dass bis zur Notenkonferenz nur mehr eine Woche Zeit war – die Klausur hatte er nie mehr erwähnt. Und vertrauenswürdig, wie Herr K. nun mal war, wollten wir auf keinen Fall riskieren, die Note ungesehen eintragen zu lassen.
Die letzte Spanischstunde war vorbei, aber Michael K. hatte die Klausur nicht dabei. Er wolle sie am nächsten Montag in der Mittagspause mitbringen, versprach er. Das tat auch Not, denn am Dienstagmorgen war Abflug nach Spanien mit der Studienfahrt der Zwölftklässler.
Montag, 12:45 Uhr: Ein Spanischkurs wartet vor dem Lehrerzimmer. Mit jedem Lehrer, der unseren Pulk passiert, schwindet die Hoffnung und steigt die Wut.
13:00 Uhr: Die ersten gehen enttäuscht. Wir beginnen eine Sitzblockade des Gangs – allerdings recht überflüssig, da sich zu dem Zeitpunkt eh so gut wie keiner mehr im Schulhaus aufhält.
13:05 Uhr: Der verbliebene Rest entscheidet sich, nun das Schulgebäude auf der Suche nach Herr K. zu durchkämmen – man will ja nichts unversucht lassen. Und so machen sich kleine Suchtrupps aus zwei Richtungen (Einkesseln würde man das im militärischen Kontext wohl nennen) auf den Weg zu Kopierraum, Lehrerbibliothek und welche Orte uns noch so einfielen, während eine weitere Gruppe die Stellung hielt.
13:15 Uhr: Sei Auto steht nicht mehr auf dem Parkplatz, meldet Spähtrupp 1. Daraufhin wird der stellvertretende Rektor gefragt, der mitteilt, dass Herr K. heute nur bis 10:00 Uhr Unterricht hatte und sicher nicht da wäre. Zum Glück hat Schülerin R.S. Michaels Handynummer und tatsächlich – auf diesem Weg war es möglich, ihn zu erreichen. Er habe natürlich beabsichtigt, mittags noch mal zu kommen (Anm.: Er hat über eine halbe Stunde Fahrt zur Schule), aber sein Auto habe einen Platten. Er werde aber die Klausuren direkt am Dienstag von Spanien aus der Schule zuschicken, damit wir einen Blick darauf werfen könnten.
Wer’s glaubt, wird selig – doch tatsächlich kam am Freitag ein Päckchen beim Rektor an, abgeschickt aus Spanien… mit unseren Klausuren als Inhalt. Korrigiert waren sie diesmal fair (auch wenn der Verdacht natürlich nicht von der Hand zu weisen war, dass die Korrektur am Strand von Barcelona geschah). Und so nahm das Grausen ein gutes Ende.
Nachtrag: Nun, über ein Jahr später, teilt mir mein Bruder mir, dass Herr K. nicht mehr an der Schule sei. Er ist wohl wieder in seinen geliebten Norden zurückgekehrt und unterrichte jetzt an einer Schule in Hamburg. Dass meine ehemalige Schule jetzt unter einem ganz anderen Übel leidet, ist nun wieder eine andere Geschichte…
Gespeichert unter: Lebenserfahrung satt
Ja, richtig gelesen. Es geht allerdings nicht um irgendeine Sorte von Übermenschen, sondern um das genaue Gegenteil… aber dafür muss ich etwas weiter ausholen:
Ich stieß in einem Blog auf den Begriff Speziesismus und musste den erstmal nachschlagen. Interessantes Konzept: Die Tatsache, dass man Tiere anders behandelt als Menschen, ist laut den Verfechtern dieser Ideologie nichts weiter als eine deutlich verstärkte Form von Rassismus. Schließlich gebe es nichts, was die Aufteilung der Tiere in mehr oder weniger „wertvolle“ Tierarten oder die Abgrenzung vom Menschen zu den Tieren rechtfertigen würde. Somit wäre das Töten eines anderen Lebewesens moralisch und ethisch nicht anders zu sehen als Mord. Deshalb ernähren sich bekennende Antispeziesisten selbstverständlich veganisch.
Soweit, so gut. Nun stößt man da allerdings seinerseits auf Abgrenzungsprobleme:
Was soll man dann davon halten, dass manche Tiere andere willkürlich töten – weil sie sich überlegen fühlen oder weil es ihnen Spaß macht? Es kann ja wohl nicht sein, dass sich nur Menschen an diese Regeln halten…
Was ist überhaupt ein Lebewesen – zählen Pilze, Amöben und Schwämme nur deshalb nicht dazu, weil sie die vier „Tier“-Eigenschaften nicht erfüllen, die wir alle im Bio-Unterricht gelernt haben (Mehrzelligkeit, eukaryotischer Zellenaufbau, Heterotrophie, Bewegungsfähigkeit)?
Und überhaupt: Sollte man nicht Pflanzen genauso respektieren, wie Tiere? Und ausgehend davon hat sich eine der freakigsten Ideologien gebildet, die ich in letzter Zeit gehört hab: Die Frutarier sind Menschen, die sich nur von pflanzlichen Produkten ernähren, die diese „freiwillig“ zu Verzehr bereitgestellt haben: Obst, Nüsse, Samen, Getreide, Beeren, Tomaten, Bohnen, Erbsen, etc. Aber nichts, wofür die Pflanze zerstört werden müsste (z.B. Salat, Kartoffeln, Lauch, Spinat). Also quasi eine noch krassere Form des Veganismus.
Interessantes Detail am Rande: Steve Jobs war in den 70er-Jahren auch Frutarier – und nannte angeblich sein Unternehmen deshalb „Apple“. Ich halte es allerdings auch für wahrscheinlich, dass er in der Zeit als Student kein Geld für teure Nahrung hatte und sich deshalb hauptsächlich von Studentenfutter ernährt hat
Aber zurück zum Speziesismus: Ein bekannter Vertreter dessen ist auch Peter Singer. Dessen Name dürfte auch dem einen oder anderen ein Begriff sein – er wurde durch seine provokante Ethik bekannt. Diese definiert die „Wertigkeit“ von Lebewesen auf Interessensabwägung (statt Gleichbehandlung). Bedingung für Interessen ist die Fähigkeit, Glück oder Schmerz zu empfinden. Wenn dies erfüllt ist, steht das Interesse des Tiers, zu leben, höher als das menschliche Interesse, zu essen oder einen Pelzmantel zu haben. Die Konsequenz dessen, ist allerdings (vor allem auch aus Sicht der Antispeziesisten) höchst provokant: Schwerbehinderten Embryonen wäre damit das Lebensrecht abzusprechen. Komapatienten eventuell auch – schließlich können Sie keine Interessen mehr kommunizieren.
Nun aber genug philosophiert – jetzt ein leckeres, saftiges Schnitzel einschieben
Gespeichert unter: Nicht für das Leben, für die Uni lernt man, Unzufrieden, unzufrieden!
Immer noch nicht da… grr…
EDIT: Mittlerweile, einen Tag später, ist es endlich soweit. Die rechtlichen Bedenken, die einer Veröffentlichung sowohl als Aushang am Lehrstuhl als auch über’s Internet über die Eingabe der Matrikelnummer entgegenstanden, scheinen plötzlich ausgeräumt. Ergebnis: 35 von 80 Punkten (Bestehensgrenze liegt bei 24), das dürfte um die 3,0 herum liegen. Bin zufrieden
Gespeichert unter: Nicht für das Leben, für die Uni lernt man
Es gibt im Moment hier nicht viel von mir zu hören – das liegt daran, dass es nicht viel zu berichten gibt
Grad ist eben Lernen dran – und das meistens bis abends. Immerhin haben wir schon Halbzeit: Stasi war echt hart (und es hat wirklich jeder geflucht), BWL dafür recht fair. Nun noch AI und Info3 akzeptabel über die Bühne bringen (für viel mehr wird’s wohl leider nicht reichen) und dann haben wir erstmal bis Anfang März frei.
(Und die Stasi-Ergebnisse sind immer noch nicht online… seit Freitag steht die Lehrstuhl-Website unter dauer-refresh-Beschuss – aber sie will einfach nichts ausspucken
)
Gespeichert unter: Nicht für das Leben, für die Uni lernt man
Morgen geht’s uns an den Kragen: „Wie läuft Stasi?“, das ist seit letzter Woche die Standard-Begrüßung unter allen Wiwis. Mit Spitzeln und Überwachung hat das wenig zu tun – sondern viel mehr mit Konfidenzintervallen und Randdichten mehrdimensionaler Zufallsvariablen. Noch 20 Stunden bis zum großen Showdown, einer der gefürchtetsten Klausuren überhaupt – und quasi dem Bergfest des Grundstudiums/Bachelors. Und dann sehen wir, ob sich der ganze Terz gelohnt hat…
Gespeichert unter: Musik! Musik!
Am Donnerstag hab ich ihn mir geholt, meinen neuen Bass. Es ist dann tatsächlich der Yamaha RBX-375 geworden, da er bei erneutem Probespielen sogar die dicken Sandbergs an die Wand gedrückt hat. Riesiges Preis-/Leistungs-Verhältnis.
Hier sind sie nun, meine drei… mittlerweile kann ich sowohl mit vier, fünf als auch sechs Saiten dienen
Der neue ist übrigens der rechte, silberne. Und er hat mit meinem alten Bass (links – denn das in der Mitte ist eine Gitarre, wie der geneigte Leser schon festgestellt haben sollte) nicht viel gemeinsam… fünf statt vier Saiten (mal sehen, ob ich damit zurechtkomm oder dann nach einem halben Jahr doch merk, dass ich die tiefe H-Saite – die wirklich sehr, sehr tief ist – eigentlich kaum verwende), ein sehr modernes Design im Gegensatz zum klassischen P-Bass-Layout, aktive statt passiver Elektronik,…
Er hat jedenfalls einen sehr angenehm zu bespielenden Hals und macht ordentlich Druck; ich bin schon gespannt, den mal an meinem Halfstack auszuprobieren, das allerdings noch in der alten Heimat steht – hier muss mein kleiner Combo-Verstärker reichen.
Gespeichert unter: Lebenserfahrung satt, Nicht für das Leben, für die Uni lernt man
Mein mathematisches Weltbild wurde soeben kräftig durcheinandergerüttelt. Haltet euch fest: Alessandro Binomi hat nie gelebt! Der Entdecker der binomischen Formeln (oft auch als Satz von Binomi bezeichnet) ist nichts weiter als ein wissenschaftlicher Witz..
Die ersten Zweifel kamen mir, als ich entdeckte, dass es in der Wahrscheinlichkeitstheorie neben der Binomial-Verteilung auch eine Multinomial-Verteilung gibt. Sollte es wirklich nur Zufall gewesen sein, dass Herr Binomi einen solche passenden Namen trug – die Bezeichnung für Ausdrücke mit zwei Variablen? Nun hielt ich die Spannung nicht mehr aus und suchte bei Wikipedia nach einer Erklärung. Und die war alles andere als leicht verdaulich…